Wenn im Spätsommer die Tomaten reihenweise reifen, ist Einkochen die klassische Methode, um sie über den Winter zu retten. Die gute Nachricht: Tomaten einkochen ist keine Hexerei – vorausgesetzt, man beachtet einen einzigen, aber entscheidenden Sicherheitsschritt, den viele ältere Rezepte schlicht weglassen. In dieser Anleitung erfährst du, wie du Tomaten im Wasserbad sicher haltbar machst, welche Rolle der Thermomix dabei spielen kann und warum das Ansäuern kein optionaler Tipp, sondern eine Notwendigkeit ist.
Was du zum Einkochen von Tomaten brauchst
Für ca. 6 Gläser à 500 ml benötigst du:

- 3 kg reife Tomaten
- 3 EL Zitronensaft aus der Flasche oder ¾ TL Zitronensäure (das entspricht 1 EL bzw. ¼ TL pro 500-ml-Glas)
- optional: 1 TL Salz
Dazu: saubere, sterilisierte Schraubgläser mit intakten Deckeln, ein großer Topf oder Einkochtopf, in dem die Gläser im Wasserbad stehen können, sowie ein Küchenthermometer, um die Wassertemperatur zu kontrollieren.
Verwende abgefüllten Zitronensaft aus der Flasche statt frisch gepresstem. Das klingt zunächst unwichtig, ist aber der zentrale Sicherheitspunkt dieses Rezepts – dazu gleich mehr.
Warum Tomaten angesäuert werden müssen
Tomaten gelten gefühlt als „saures” Gemüse, liegen aber je nach Sorte bei einem pH-Wert von 4,2 bis 4,9 – und damit gefährlich nah an der kritischen Grenze von 4,6. Erst unterhalb dieses Werts kann das Bakterium Clostridium botulinum durch das klassische Wasserbad-Einkochen (Temperaturen um 90–100 °C) zuverlässig an der Vermehrung gehindert werden. Oberhalb von 4,6 reicht die im Wasserbad erreichbare Hitze nicht aus, um die hitzeresistenten Sporen des Bakteriums sicher unschädlich zu machen – die Sporen selbst sterben erst bei rund 120 °C ab, wie sie nur in einem Druckkochtopf entstehen.
Da einzelne Tomaten, je nach Sorte, Reifegrad und Anbaubedingungen, über diesem Grenzwert liegen können, reicht “die Tomate ist doch sauer” als Sicherheitsgarantie nicht aus. Deshalb gehört in jedes Glas eine definierte Menge Säure:
- 1 EL Zitronensaft aus der Flasche pro 500-ml-Glas, oder
- ¼ TL Zitronensäure pro 500-ml-Glas
Warum abgefüllter statt frisch gepresster Zitronensaft? Frischer Saft schwankt im Säuregehalt je nach Frucht, Sorte und Reifegrad – abgefüllter Zitronensaft aus der Flasche hat dagegen einen standardisierten, konstanten Säuregehalt. Nur so lässt sich verlässlich sicherstellen, dass der pH-Wert im Glas tatsächlich unter die kritische Grenze sinkt. Dieser Schritt ist keine Geschmackssache, sondern verpflichtender Bestandteil eines sicheren Rezepts.
Tomaten einkochen Schritt für Schritt
Plane für die Vorbereitung 30–40 Minuten ein, dann geht es zügig weiter.
Tomaten vorbereiten und häuten
- Tomaten waschen und den Strunk entfernen.
- Am unteren Ende jeder Tomate ein flaches Kreuz einritzen.
- Die Tomaten portionsweise 30–60 Sekunden in kochendes Wasser geben, danach sofort in Eiswasser abschrecken.
- Die Haut lässt sich jetzt einfach abziehen.
- Je nach gewünschtem Ergebnis die Tomaten klein schneiden (für stückige oder ganze Tomaten) oder passieren (für passierte Tomaten/Sugo-Basis).

Wer die passierte Variante vorbereiten möchte, kann die gehäuteten Tomaten bequem im Thermomix pürieren beziehungsweise passieren. Wichtig: Der Thermomix übernimmt hier nur die Vorbereitung – das eigentliche Einkochen zur Haltbarmachung erfolgt weiterhin im Wasserbad, da der Thermomix selbst kein zugelassenes Verfahren zur sicheren Konservierung ersetzt.
Gläser befüllen und ansäuern
- Schraubgläser und Deckel mit kochendem Wasser sterilisieren und abtropfen lassen.
- In jedes 500-ml-Glas zuerst 1 EL Zitronensaft aus der Flasche oder ¼ TL Zitronensäure geben – erst danach die Tomaten einfüllen.
- Optional 1 TL Salz pro Glas dazugeben.
- Gläser bis kurz unter den Rand füllen, dabei einen kleinen Kopfraum lassen, und fest verschließen.

Im Wasserbad einkochen
- Die verschlossenen Gläser in den Einkochtopf stellen, sodass sie vollständig oder zumindest bis zum Deckelrand mit Wasser bedeckt sind.
- Wasser auf 90 °C erhitzen.
- Ab dem Erreichen dieser Temperatur 30–35 Minuten einkochen lassen.
- Gläser anschließend vorsichtig aus dem Wasser nehmen und vollständig auskühlen lassen. Ein nach innen gewölbter Deckel zeigt, dass sich ein Vakuum gebildet hat.

Ganze, passierte oder stückige Tomaten – was passt wofür?
- Ganze Tomaten eignen sich, wenn du sie später weiterverarbeiten möchtest, etwa für Schmorgerichte oder Suppen.
- Stückige Tomaten sind vielseitig einsetzbar, zum Beispiel als Basis für Eintöpfe.
- Passierte Tomaten sind die Grundlage für Saucen, Sugo oder Suppen und lassen sich, wie oben beschrieben, praktisch im Thermomix vorbereiten.
Alle drei Varianten werden nach demselben Prinzip angesäuert und im Wasserbad eingekocht – nur die Vorbereitung unterscheidet sich.
PrintTomaten einkochen: sicher haltbar machen
Tomaten im Wasserbad haltbar machen – mit der wichtigen Säuerung, damit die Gläser sicher lange halten. Ideal als Vorrat für Saucen, Sugo oder Eintöpfe.
- Prep Time: 35 minutes
- Cook Time: 35 minutes
- Total Time: 1 hour 10 minutes
- Yield: 6 (500 ml) jars 1x
- Category: Einkochen
- Method: Wasserbad
- Cuisine: Deutsch
Ingredients
- 3 kg reife Tomaten
- 3 EL Zitronensaft aus der Flasche (oder ¾ TL Zitronensäure)
- 1 TL Salz (optional)
Instructions
- Tomaten waschen, Strunk entfernen, am unteren Ende kreuzweise einritzen und 30–60 Sekunden blanchieren, dann in Eiswasser abschrecken und häuten.
- Tomaten je nach gewünschtem Ergebnis klein schneiden (stückig/ganz) oder passieren (z. B. im Thermomix).
- Schraubgläser und Deckel mit kochendem Wasser sterilisieren.
- In jedes 500-ml-Glas zuerst 1 EL Zitronensaft aus der Flasche (oder ¼ TL Zitronensäure) geben, dann die Tomaten einfüllen. Optional 1 TL Salz zugeben.
- Gläser fest verschließen und im Wasserbad bei 90 °C für 30–35 Minuten einkochen, gerechnet ab Erreichen der Temperatur.
- Gläser vorsichtig herausnehmen und vollständig auskühlen lassen. Ein nach innen gewölbter Deckel zeigt ein erfolgreiches Vakuum.
Notes
Wichtig: Das Ansäuern ist bei Tomaten kein optionaler Schritt, sondern Pflicht – ihr pH-Wert (4,2–4,9) kann über der kritischen Grenze von 4,6 liegen, ab der Clostridium botulinum im Wasserbad nicht mehr sicher abgetötet wird. Bevorzuge abgefüllten Zitronensaft, da sein Säuregehalt konstant ist. Gläser mit gewölbtem Deckel, Zischen/Sprudeln beim Öffnen, trübem Inhalt oder gärigem Geruch ungeöffnet entsorgen und nicht probieren.
Nutrition
- Serving Size: 1 Glas (500 ml)
- Calories: 92
- Sugar: 13g
- Sodium: 25mg
- Fat: 1g
- Saturated Fat: 0.15g
- Unsaturated Fat: 0.85g
- Trans Fat: 0g
- Carbohydrates: 20g
- Fiber: 6g
- Protein: 4.6g
- Cholesterol: 0mg
Einkochen im Backofen – Alternative mit Einschränkung
Manche fragen gezielt nach dem Einkochen im Backofen als Alternative zum Wasserbad. Dabei werden die befüllten Gläser auf einem mit Wasser gefüllten Blech im Ofen erhitzt. Grundsätzlich ist das möglich und wird online häufig beschrieben – Verbraucherschutzstellen stufen die trockene Ofenhitze im direkten Vergleich jedoch als weniger zuverlässig ein als das klassische Wasserbad, da sich Temperatur und Hitzeverteilung im Ofen schwerer gleichmäßig kontrollieren lassen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bleibt daher beim Wasserbad; das Ansäuern mit Zitronensaft oder Zitronensäure ist in jedem Fall Pflicht, unabhängig von der gewählten Methode.
Haltbarkeit und woran du verdorbene Gläser erkennst
Richtig eingekochte und kühl sowie dunkel gelagerte Gläser sind ungeöffnet mindestens 12 Monate haltbar. Nach dem Öffnen gehört das Glas in den Kühlschrank und sollte innerhalb von 3–4 Tagen aufgebraucht werden.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Zeigt ein Glas einen nach außen gewölbten Deckel, zischt oder sprudelt es beim Öffnen, ist der Inhalt trüb oder riecht er gärig – dann das Glas ungeöffnet entsorgen und den Inhalt keinesfalls probieren. Diese Anzeichen können auf eine Fehlgärung oder bakterielle Kontamination hindeuten, bei der eine Geschmacksprobe ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellt.
Wer sich vertiefend mit dem Thema Lebensmittelsicherheit beim Einkochen und Einmachen befassen möchte, findet ausführliche Hintergrundinformationen bei der Verbraucherzentrale.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange müssen Tomaten eingekocht werden?
Im Wasserbad bei 90 °C sind 30–35 Minuten Einkochzeit nötig, gerechnet ab dem Erreichen dieser Temperatur.
Muss ich Tomaten wirklich ansäuern, auch wenn sie doch schon sauer schmecken?
Ja. Der pH-Wert von Tomaten liegt je nach Sorte zwischen 4,2 und 4,9 und damit teils über dem kritischen Wert von 4,6. Nur mit zusätzlicher Säure – 1 EL Zitronensaft aus der Flasche oder ¼ TL Zitronensäure pro 500-ml-Glas – ist die Haltbarmachung im Wasserbad sicher.
Kann ich frisch gepressten statt abgefüllten Zitronensaft verwenden?
Davon wird abgeraten. Frisch gepresster Saft schwankt im Säuregehalt, abgefüllter Zitronensaft aus der Flasche hat einen konstanten, verlässlichen Säuregehalt.
Kann ich Tomaten haltbar machen, ohne sie vorher zu häuten?
Für ganze oder stückige Tomaten ist das Häuten nicht zwingend nötig, sorgt aber für eine angenehmere Konsistenz. Für passierte Tomaten wird ohnehin durchpassiert, sodass Schale und Kerne entfernt werden.
Was mache ich mit den eingekochten Tomaten?
Eingekochte, passierte oder stückige Tomaten sind die Basis für viele Gerichte – zum Beispiel für eine fertige Tomatensoße aus frischen Tomaten kochen oder für ein Gericht, für das sich eingekochte Tomaten perfekt eignen. Wer die Erntesaison weiter nutzen möchte, findet außerdem weitere Rezepte für die Erntesaison.
Hinweis: Dieser Artikel behandelt das Haltbarmachen von rohen bzw. passierten Tomaten als Vorrat. Für ein fertiges, gewürztes Sauce-Rezept zum sofortigen Verzehr siehe den separaten Artikel zur Tomatensoße.



