Wer kennt diesen Moment nicht: Der Geruch von karamellisierten Zwiebeln, angeröstetem Tomatenmark und rauchiger Wurst – und plötzlich sind alle Erinnerungen an Schulkantine, Betriebsausflug oder Omas Sonntagstisch wieder da. Soljanka ist mehr als eine Suppe. Sie ist ein Stück DDR-Geschichte in einem Topf – und das Rezept, das Generationen von Ostdeutschen aufgewachsen sind.
In diesem Artikel bekommst du das originalgetreue DDR-Soljanka-Rezept nach Omas Art, alle wichtigen Varianten (ohne Letscho, vegetarisch, Thüringer Art), den direkten Vergleich zur russischen Soljanka, Profi-Tipps zum Aufwärmen und Einfrieren – und die ehrliche Antwort auf die Frage: Was macht Omas Soljanka so unvergesslich besser als die aus dem Supermarkt?
| Auf einen Blick Zubereitungszeit: 15 Minuten Vorbereitung + 25 Minuten Kochen = 40 MinutenPortionen: 4 als Hauptgericht, 6 als VorspeiseAm zweiten Tag schmeckt sie besser – perfekt zum VorkochenEinfrierbar: Ja, bis zu 3 MonateKaloriengehalt: ca. 280–350 kcal pro Portion (mit Jagdwurst)Geeignet für: Meal Prep, Feiern, Buffets, kalte Abende |
Was macht Omas DDR-Soljanka so unverwechselbar?
Contents
- 1 Was macht Omas DDR-Soljanka so unverwechselbar?
- 2 Das Original DDR-Soljanka Rezept – nach Omas Art
- 3 Die 4 wichtigsten Soljanka-Varianten
- 4 DDR-Soljanka – Omas Original-Rezept mit Jagdwurst & Letscho
- 5 DDR-Soljanka vs. russische Soljanka – der direkte Vergleich
- 6 Profi-Tipps für die perfekte Soljanka – nach DDR-Vorbild
- 7 Soljanka vorbereiten, einfrieren und aufwärmen
- 8 Beilagen und Servieren: Was passt zur DDR-Soljanka?
- 9 Häufige Fragen zur DDR-Soljanka (FAQ)
- 10 Fazit: Warum dieses Soljanka-Rezept das Original am nächsten kommt
Der entscheidende Unterschied zwischen einem guten und einem unvergesslichen Soljanka-Rezept ist nicht die Zutatenliste. Es sind drei Dinge:
- Das Gurkenwasser: Nicht nur die Gurkenstücke kommen in die Suppe – sondern auch der Gurkensud aus dem Glas. Dieses säuerliche, würzige Wasser ist das Geheimnis der typischen Soljanka-Tiefe. Viele moderne Rezepte lassen es weg. Ein Fehler.
- Das Anrösten des Tomatenmarks: Tomatenmark direkt 2–3 Minuten in der Pfanne rösten, bevor Flüssigkeit hinzukommt. Dadurch karamellisiert die natürliche Fruchtsäure und entwickelt eine Tiefe, die rohem Tomatenmark komplett fehlt.
- Die Ruhezeit: Omas Soljanka stand immer über Nacht. Erst dann haben sich Wurst, Gurke, Tomatenbase und Gewürze wirklich verbunden. Am zweiten Tag ist sie dramatisch besser.
Die Wahrheit über Fertig-Soljanka: Soljanka aus dem Glas (z. B. von Spreewald oder Rietberg) schmeckt milder, weil Gurkenwasser und kräftiges Anrösten fehlen. Mit einem selbst gemachten Rezept nach dieser Anleitung liegt der Geschmacksunterschied zwischen beiden bei fast einer ganzen Dimension. Und der Preis? Selbst gemacht kostet eine 4-Personen-Portion ca. 4–6 €.
Das Original DDR-Soljanka Rezept – nach Omas Art
Dieses Rezept basiert auf dem klassischen Gaststätten-Soljanka der DDR – mit Jagdwurst, Letscho und Gurkenwasser. Es ist das einfachste Rezept, das am nächsten am Original ist.
| Zutat | Menge (4 Portionen) | Hinweis |
| Jagdwurst oder Fleischwurst | 300 g | In 1 cm Würfel schneiden – das Original |
| Kassler oder Schinken | 100 g (optional) | Für extra Raucharoma |
| Letscho (Glas) | 1 Glas (400 g) | DDR-Standard – unverzichtbar für Tiefe |
| Gewürzgurken | 3 Stück (ca. 150 g) | Fein würfeln; Gurkenwasser aufbewahren |
| Gurkenwasser aus dem Glas | 4–5 EL | Das Geheimnis der echten Soljanka-Säure |
| Gemüsebrühe (kräftig) | 800 ml | Selbst gemacht oder gutes Instant |
| Zwiebeln | 2 mittelgroße | Fein würfeln – die Basis |
| Tomatenmark | 2 EL | Kräftig anrösten lassen |
| Paprikapulver edelsüß | 1 TL | Gibt Farbe und Wärme |
| Lorbeerblatt | 1–2 Stück | Mitkochen, vor dem Servieren entfernen |
| Saure Sahne | 4 EL | Zum Servieren, nicht einkochen |
| Zitrone | ½ Stück | Scheiben zum Garnieren – klassisch |
| Salz, Pfeffer, Öl | nach Geschmack | Am Ende abschmecken |
Zubereitung – Schritt für Schritt (40 Minuten)
- Mise en place: Zwiebeln fein würfeln. Jagdwurst und Kassler in ca. 1 cm Würfel schneiden. Gewürzgurken in Scheiben oder Würfel schneiden – Gurkenwasser auffangen und beiseite stellen.
- Anbraten: Öl in einem großen Topf erhitzen (mittlere bis hohe Hitze). Zwiebeln 5–6 Minuten anschwitzen, bis sie goldgelb und leicht karamellisiert sind. Nicht überspringen – das ist die Geschmacksbasis.
- Tomatenmark anrösten: Tomatenmark zu den Zwiebeln geben und 2–3 Minuten bei mittlerer Hitze unter Rühren anrösten. Das Mark wird dunkler und riecht intensiv-fruchtig. Paprikapulver ebenfalls kurz mitrösten.
- Fleisch anbraten: Jagdwurst und Kassler kurz mitbraten (ca. 2 Minuten), damit sie leicht Farbe bekommen.
- Ablöschen: Mit Brühe ablöschen. Letscho und Gurkenstücke hinzufügen. Gurkenwasser zugeben (mit 3 EL beginnen, am Ende mehr nach Geschmack). Lorbeerblatt einlegen.
- Köcheln: Aufkochen, dann bei niedriger bis mittlerer Hitze 20–25 Minuten ohne Deckel köcheln lassen. Die Suppe soll leicht eindicken.
- Abschmecken: Lorbeerblatt entfernen. Mit Salz, Pfeffer und ggf. weiterem Gurkenwasser abschmecken. Die Suppe sollte die richtige Balance aus würzig, säuerlich und leicht süßlich haben.
- Servieren: In tiefen Tellern anrichten, je 1 EL saure Sahne oben drauf setzen – nicht einrühren. Mit einer Zitronenscheibe garnieren. Nach DDR-Tradition wird die Zitrone beim Essen ausgepresst.
Wichtig – Saure Sahne NICHT einkochen: Die saure Sahne kommt erst auf den Teller, niemals in den Topf. Wird sie mitgekocht, flockt sie aus und verliert ihren frischen, cremigen Charakter. Das ist der häufigste Fehler bei DDR-Soljanka-Rezepten im Internet.
Die 4 wichtigsten Soljanka-Varianten

Das Grundrezept ist der Ausgangspunkt – aber je nach Region, Verfügbarkeit oder Vorliebe gibt es bedeutende Variationen.
Variante 1: Soljanka Thüringer Art – die rustikale Version
Die Thüringer Variante ist kräftiger, rustikal und verzichtet auf Convenience. Kein fertiges Letscho aus dem Glas – alles frisch. Charakteristisch: geräucherte Mettwurst oder Leberwurst statt Jagdwurst, frisch gedünstete Paprika, Schmalz statt Öl.
Anpassungen zum Grundrezept:
- Schmalz statt Öl: 1 EL Schweineschmalz zum Anbraten verwenden – gibt den typischen Thüringer Geschmack
- Geräucherte Mettwurst: 200 g Mettwurst + 100 g Leberwurst statt Jagdwurst
- Kein Fertig-Letscho: Stattdessen 2 rote Paprika + 2 Tomaten + 1 EL Tomatenmark selbst dünsten (15 Min.)
- Kümmel hinzufügen: 1 TL ganzer Kümmel – typisch thüringisch, gibt rustikale Wärme
- Kein Zucker, keine Sahne: Pur und deftig, so wie es Oma gemacht hätte
Variante 2: Soljanka ohne Letscho
Letscho ist nicht immer griffbereit – und manchmal möchte man von Grund auf kochen. Diese Variante ersetzt das Glas durch frische Zutaten.
DIY-Letscho-Basis:
- 2 rote Paprika, fein gewürfelt – 8 Minuten bei mittlerer Hitze dünsten
- 2 EL Tomatenmark + 3 frische Tomaten (oder 1 Dose stückige Tomaten)
- 1 TL Zucker und 1 TL mildes Paprikapulver
- 10 Minuten einkochen lassen, bis die Masse dicklich wird
Tipp: Diese selbst gemachte Basis schmeckt frischer als Fertig-Letscho, braucht aber 15 Minuten mehr. Das lohnt sich besonders, wenn du die Suppe für Gäste kochst.
Variante 3: Vegetarische DDR-Soljanka
Auch ohne Jagdwurst lässt sich der typische Soljanka-Charakter erhalten. Der Schlüssel: Räucheraroma simulieren + Umami aufbauen.
Fleischersatz und Tricks:
- Räuchertofu (200 g): In 1 cm Würfeln scharf anbraten bis goldbraun – gibt Röstnoten
- Getrocknete Pilze (20 g): 20 Min. in warmem Wasser einweichen, Einweichwasser als Teil der Brühe verwenden – starkes Umami
- Geräuchertes Paprikapulver (1 TL extra): Ersetzt das Wurst-Raucharoma
- 1 TL Sojasauce: Am Ende hinzufügen – gibt Tiefe ohne erkennbaren Soja-Geschmack
- Hefeflocken (2 EL): Für Fülle und Umami
Das Gurkenwasser, die Zwiebelbasis und das Letscho bleiben gleich – sie liefern den größten Teil des DDR-Charakters.
Variante 4: Fisch-Soljanka nach russischer Tradition
Wer die russische Variante ausprobieren möchte: Die Fisch-Soljanka ist leichter, säuerlicher und eleganter als die DDR-Version. Sie basiert auf einer klaren Fischbrühe und enthält – typisch russisch – Oliven und Kapern.
Zutaten zusätzlich/statt Wurst:
- 400 g festes Fischfilet (Lachs, Kabeljau oder Zanderfilet), in Würfeln
- 10 schwarze Oliven, entsteint und halbiert
- 1 EL Kapern
- 500 ml Fischbrühe statt Gemüsebrühe
- Kein Letscho – stattdessen 2 frische Tomaten und etwas Dill
Den Fisch erst in den letzten 8–10 Minuten hinzufügen – er gart schnell und wird sonst trocken.
DDR-Soljanka – Omas Original-Rezept mit Jagdwurst & Letscho
Die original DDR-Soljanka nach Omas Art: sämig, säuerlich-würzig, mit Jagdwurst, Letscho und dem entscheidenden Geheimnis – dem Gurkenwasser. In 40 Minuten zubereitet, am zweiten Tag noch besser. Perfekt zum Vorkochen, Einfrieren und für kalte Winterabende. Günstiger, tiefer im Geschmack und ohne Zusatzstoffe als jede Fertig-Soljanka aus dem Glas.
- Prep Time: 15 Minuten
- Cook Time: 25 Minuten
- Total Time: 40 Minuten
- Yield: 4 Portionen 1x
- Category: Suppe / Eintopf / DDR-Klassiker
- Method: Kochen / Köcheln
- Cuisine: Ostdeutsch / DDR
- Diet: Vegetarian
Ingredients
300 g Jagdwurst oder Fleischwurst, in 1 cm Würfel geschnitten
100 g Kassler oder geräucherter Schinken (optional, für extra Raucharoma)
1 Glas Letscho (400 g), DDR-Standardzutat
3 Gewürzgurken (ca. 150 g), fein gewürfelt – Gurkenwasser aufbewahren
4–5 EL Gurkenwasser aus dem Gurkenglas
800 ml kräftige Gemüsebrühe (selbst gemacht oder gutes Instant)
2 mittelgroße Zwiebeln, fein gewürfelt
2 EL Tomatenmark
1 TL Paprikapulver edelsüß
1–2 Lorbeerblätter
4 EL saure Sahne (zum Servieren, nicht einkochen!)
½ Zitrone, in Scheiben (zum Garnieren)
Salz, Pfeffer, Öl nach Geschmack
Instructions
Zwiebeln fein würfeln. Jagdwurst und Kassler in ca. 1 cm Würfel schneiden. Gewürzgurken würfeln – Gurkenwasser auffangen und beiseite stellen.
Öl in einem großen Topf bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Zwiebeln 5–6 Minuten anschwitzen, bis sie goldgelb und leicht karamellisiert sind.
Tomatenmark zu den Zwiebeln geben und 2–3 Minuten unter Rühren trocken anrösten, bis es dunkler wird und intensiv-fruchtig riecht. Paprikapulver kurz mitrösten.
Jagdwurst und Kassler hinzufügen und ca. 2 Minuten mitbraten, bis sie leicht Farbe bekommen.
Mit Brühe ablöschen. Letscho, Gurkenstücke und 3 EL Gurkenwasser hinzufügen. Lorbeerblätter einlegen.
Aufkochen, dann bei niedriger bis mittlerer Hitze 20–25 Minuten ohne Deckel köcheln lassen, bis die Suppe leicht eindickt.
Lorbeerblätter entfernen. Mit Salz, Pfeffer und ggf. mehr Gurkenwasser abschmecken.
In tiefen Tellern anrichten. Je 1 EL saure Sahne oben aufsetzen – nicht einrühren. Mit einer Zitronenscheibe garnieren und am Tisch frisch ausgepresst servieren.
Notes
Am zweiten Tag besser: Soljanka immer am Vortag kochen und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen – die Aromen verbinden sich erst dann vollständig.
Saure Sahne NIE einkochen: Sie flockt aus und verliert ihre Frische. Immer erst auf dem Teller hinzufügen.
Gurkenwasser schrittweise einarbeiten: Mit 3 EL beginnen, probieren und nach Geschmack erhöhen – bis zu 8 EL sind möglich.
Einfrieren: Soljanka ohne saure Sahne einfrieren, in 400–500 ml Portionen in Gefrierbeutel. Haltbarkeit: bis zu 3 Monate. Vor dem Servieren langsam aufwärmen und ggf. etwas Brühe ergänzen.
Thüringer Variante: Schmalz statt Öl, geräucherte Mettwurst statt Jagdwurst, kein Fertig-Letscho, 1 TL ganzen Kümmel hinzufügen.
Ohne Letscho: 2 rote Paprika + 2 Tomaten (oder Dosentomaten) + 1 TL Zucker 15 Minuten einköcheln – schmeckt frischer als das Fertigglas.
Vegetarische Variante: Räuchertofu (200 g, scharf angebraten) + getrocknete Pilze (20 g, eingeweicht) + 1 TL geräuchertes Paprikapulver + 1 TL Sojasauce.
Beilagen: Rustikales Schwarzbrot oder Landbrot mit Butter. Nach DDR-Tradition auch eine ganze Gewürzgurke direkt neben den Teller legen.
Nutrition
- Serving Size: 1 Portion (350 g)
- Calories: 298 kcal
- Sugar: 7 g
- Sodium: 490 mg
- Fat: 19 g
- Saturated Fat: 6 g
- Unsaturated Fat: 13 g
- Trans Fat: 0 g
- Carbohydrates: 17 g
- Fiber: 3,5 g
- Protein: 16 g
- Cholesterol: 35 mg
DDR-Soljanka vs. russische Soljanka – der direkte Vergleich

Die beiden Varianten klingen ähnlich, sind aber in Charakter, Textur und Würzung sehr verschieden. Hier sind die entscheidenden Unterschiede:
| Merkmal | DDR-Soljanka | Russische Soljanka |
| Hauptfleisch | Jagdwurst, Fleischwurst, Kassler | Gemischte Würste, Rind, Fisch |
| Säurequelle | Gurkenwasser, Gewürzgurken | Zitronensaft, Oliven, Kapern |
| Tomatenbasis | Letscho + Tomatenmark | Frische Tomaten oder weniger Tomaten |
| Typische Gewürze | Paprika, Pfeffer, Lorbeer, Kümmel | Dill, Piment, Wacholder, Lorbeer |
| Textur | Sämig, tomatig, kräftig | Klarer, leichter, säuerlicher |
| Herkunft | Ostdeutsche Adaptation (DDR) | Zaristische Küche, russische Tradition |
| Charakter | Hausmannskost, rustikal, sättigend | Eleganter, internationaler |
| Sahne | Saure Sahne als Topping | Saure Sahne oder gar keine |
Kurz zusammengefasst: Die DDR-Soljanka ist reicher, tomatiger und sättigender. Die russische Version ist säuerlicher, leichter und eleganter. Beide sind lecker – sie sind einfach für unterschiedliche Mahlzeiten gemacht. Die DDR-Version ist das klassische Wintersuppengericht; die russische eignet sich eher als raffinierte Vorspeise.
Profi-Tipps für die perfekte Soljanka – nach DDR-Vorbild

| Tipp | Warum es funktioniert |
| Tomatenmark 2–3 Min. trocken anrösten | Karamellisierung = Tiefe und Komplexität statt flacher Tomatensäure |
| Gurkenwasser portionsweise einarbeiten | Zu viel auf einmal dominiert – besser schrittweise einarbeiten und abschmecken |
| Wurst in groben Stücken (1 cm) | Zu fein = sie löst sich auf. Grobe Stücke geben Biss und Substanz |
| Über Nacht ziehen lassen | Aromen verbinden sich – Soljanka ist am zweiten Tag deutlich besser |
| Sahne nie einkochen | Flockt aus und verliert Frische – immer erst auf dem Teller |
| Lorbeerblatt rechtzeitig entfernen | Nach 20–25 Min. entfernen – länger macht es bitter |
| Schuss Rotwein beim Ablöschen | Optional, aber wirkungsvoll – bringt Tiefe besonders bei dunkler Wurst |
| Mit Zitronenscheibe servieren | Gast presst sie selbst aus – klassischer DDR-Stil, perfekte Frische am Tisch |
Soljanka vorbereiten, einfrieren und aufwärmen
Soljanka ist ein ideales Vorbereitungsgericht. Sie lässt sich perfekt auf Vorrat kochen, einfrieren und auf Feiern oder stressige Wochen vorbereiten. Hier ist alles, was du wissen musst:
| Methode | Haltbarkeit | Tipps |
| Kühlschrank | 3–5 Tage | Abgedeckt lagern; vor dem Servieren auf min. 75 °C erhitzen |
| Einfrieren (ohne Sahne) | Bis 3 Monate | Sahne immer erst nach dem Auftauen auf dem Teller hinzufügen |
| Einfrieren (mit Sahne) | Bis 2 Monate | Sahne kann nach dem Auftauen körnig werden – kurz aufmixen |
| Portioniert einfrieren | Empfohlen | 400–500 ml Portionen in Gefrierbeuteln – spart Platz |
Aufwärmen – die richtige Methode
- Topf auf mittlere Hitze, Soljanka direkt aus dem Kühlschrank hinein.
- Unter gelegentlichem Rühren langsam aufwärmen – nicht sprudelnd kochen.
- Bei Bedarf etwas Brühe oder Wasser hinzufügen – die Suppe dickt beim Lagern ein.
- Final abschmecken: Manchmal braucht sie einen Schuss Gurkenwasser oder etwas Salz.
- Erst auf dem Teller: Saure Sahne und Zitronenscheibe frisch hinzufügen.
| Ostalgie im Topf – was Soljanka so besonders macht Soljanka war in der DDR nicht nur Essen – sie war Kultur. In Betriebsrestaurants, Schulkantinen und auf Brigadeausflügen war sie das Gericht, das alle konnten und mochten. Die Kombination aus dem, was gerade da war – Wurst, Gurke, ein Glas Letscho – und dem unverwechselbaren Geschmack der sauren Sahne macht sie bis heute zur emotionalsten Suppe Ostdeutschlands. Viele Menschen berichten, dass der erste Löffel Soljanka sofort Bilder weckt: den langen Holztisch in der Schulkantine, den Topf auf Omas Herd, den Geruch aus der Betriebsküche. Kein anderes Gericht der DDR hat diese kollektive Erinnerungskraft so direkt. Koche Soljanka nicht einfach nach – koche sie richtig. |
Beilagen und Servieren: Was passt zur DDR-Soljanka?
Klassische Beilagen
- Brot: Rustikales Landbrot oder Schwarzbrot – das klassische DDR-Begleiter. Ein Stück Butter dazu passt perfekt.
- Gewürzgurke als Beilage: Eine ganze Gewürzgurke oder ein paar Gurkenscheiben direkt neben dem Teller – wie in der Gaststätte
- Soleier – das DDR-Snack-Klassiker als Vorspeise oder Beilage – Soleier und Soljanka sind das definitiv ostdeutschste Duett der Küche
Was passt danach?
- Als Dessert nach Soljanka: Johannisbeerkuchen Rezept – fruchtig-säuerlich und leicht, balanciert die deftige Suppe perfekt
- Als herzhafte Ergänzung: Soleier einlegen wie Oma – das vollständige DDR-Soleier-Rezept für das nächste Ostfest
Häufige Fragen zur DDR-Soljanka (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Soljanka und Gulaschsuppe?
Gulaschsuppe ist ungarischen Ursprungs und basiert auf Rindfleisch, Kartoffeln und Paprikagewürzen – ohne Gurkenwasser oder Letscho. Soljanka ist säuerlicher, vielseitiger in der Fleischauswahl und hat den typischen DDR-Charakter durch Gurke und Gurkenwasser. Beide sind deftig, aber völlig verschieden.
Warum schmeckt Soljanka am zweiten Tag besser?
Durch die Ruhezeit verbinden sich die Aromastoffe aus Wurst, Gurke, Tomatenbase und Gewürzen zu einem einheitlichen Geschmacksbild. Frisch gekocht sind die Einzelkomponenten noch getrennt wahrnehmbar. Nach einer Nacht Kühlschrank entsteht eine harmonische Tiefe, die nicht nachzuahmen ist. Deshalb: Immer am Vortag kochen.
Kann ich Soljanka ohne Letscho machen?
Ja – die Variante ohne Letscho oben (Variante 2) zeigt, wie es geht. Du brauchst frische rote Paprika, Tomaten und Tomatenmark. Die Zubereitung dauert 15 Minuten mehr, schmeckt aber frischer und hat manchmal sogar mehr Charakter als das Fertigglas.
Welche Wurst eignet sich am besten?
Jagdwurst ist das Original. Fleischwurst (Lyoner) ist milder und funktioniert genauso gut. Wer es rauchiger mag: Kassler oder Bauchspeck dazu. Für die Thüringer Variante ist geräucherte Mettwurst das Beste. Das Wichtigste: Die Wurst sollte nicht zu fein sein – grobe Stücke geben Biss.
Wie viel Gurkenwasser kommt in die Soljanka?
Als Richtwert: 4–5 EL auf 4 Portionen. Aber das ist sehr individuell. Immer schrittweise hinzufügen und probieren. Die Suppe soll merklich säuerlich sein, aber Gurkenwasser sollte nicht dominieren. Wer es intensiver mag, kann bis zu 8 EL verwenden.
Ist Soljanka authentisch mit Kapern?
Kapern sind typisch für die russische Soljanka, aber nicht für die DDR-Version. Im DDR-Rezept kommen Kapern nicht vor – sie waren schwer erhältlich und gehörten nicht zur Hausmannskost. Für die russische Fisch-Soljanka (Variante 4) sind sie hingegen traditionell.
Fazit: Warum dieses Soljanka-Rezept das Original am nächsten kommt
Das Geheimnis einer wirklich echten DDR-Soljanka nach Omas Art liegt in drei Dingen, die die meisten Rezepte im Internet auslassen: das Gurkenwasser, das wirkliche Karamellisieren der Zwiebeln und das Trockenrösten des Tomatenmarks. Diese drei Schritte zusammen ergeben die Tiefe, die Oma hatte – und die kein Fertigglas ersetzen kann.
Koche sie am Vortag, lass sie über Nacht durchziehen – und serviere sie mit saurer Sahne, die nie in den Topf kommt, sondern erst auf dem Teller. Das ist DDR-Soljanka, wie sie wirklich war.





